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Nach der Kinderpause abgehängt

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Frauentag in Hall: Historische Forderungen in historischen Gewändern

In vielen Bereichen von Arbeitswelt, Gesellschaft und Politik sind Frauen noch immer in der Minderheit oder benachteiligt. Der Internationale Frauentag macht seit 100 Jahren darauf aufmerksam - auch in Hall.

Bei einem Umzug in historischen Gewändern durch die Haller Innenstadt demonstrieren Frauen am vergangenen Samstag für Gleichberechtigung.

Auf dem Grasmarkt trafen sich am Samstag die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in Hohenlohe mit Annette Sawade, Heidi Scharf von der IG-Metall, das Haller Frauenzentrum und der Internationale Frauenkreis. Mit einem Quiz zu Frauenfragen wiesen sie dort auf amüsante Art auf einige Missstände hin, die es ihrer Meinung nach in Stadt, Kreis und Land gibt: Wie viele Landrätinnen sind derzeit in Baden-Württemberg im Amt? Nur eine Frau unter 34 männlichen Kollegen. Und wie ist es um Bürgermeisterinnen im Landkreis Hall bestellt? Ganze zwei sind es, in Vellberg und Wallhausen.

Die Idee zu einem Frauentag hatten amerikanische Frauen. 1911 wurde er in Deutschland und einigen Nachbarländern erstmals international gefeiert. Wichtigste Forderung damals: das Frauenwahlrecht.

Ein Blickfang ist am Samstag in der Haller Innenstadt der Umzug mit Frauen in altertümlichen Gewändern. Die etwa 20 Teilnehmerinnen trugen Schilder mit den damaligen Forderungen ihrer Geschlechtsgenossinnen. "Festsetzung von Mindestlöhnen" entzifferte da mancher Passant nur mühsam. Vorne auf dem Schild war der Text nämlich in Sütterlin-Schrift geschrieben, die im Deutschland der damaligen Zeit üblich war; auf der Rückseite dafür in Druckschrift.

Annette Sawade bestätigte, dass Mindestlöhne den Frauen bereits vor 100 Jahren ein Anliegen waren. "Dafür kämpfen wir heute noch." Genauso wie die Frauen schon vor 100 Jahren gleichen Lohn für gleiche Arbeit beansprucht hätten. "Im Durchschnitt verdienen Frauen 23 Prozent weniger als Männer, nicht nur, weil sie für gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten, sondern weil sie in niedrigeren Positionen und oft in Teilzeit arbeiten, obwohl sie oft gut ausgebildet sind", merkte Heidi Scharf an. Bei älteren Frauen wachse der Unterschied auf 30 bis 40 Prozent. "Die sind nach der Kinderpause abgehängt." Die Gewerkschafterin befürchtet, dass in Zukunft vor allem Frauen von Altersarmut betroffen sind, da sie deutlich weniger in die Rentenkasse einzahlten als die meisten Männer.

Haller Tagblatt vom 7.03.2011 SIGRID BAUER
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