Die SPD in Hohenlohe hat ihr Kandidaten-Team für die Landtagswahl in Kupferzell-Eschental nominiert. Neben der SPD-Europaabgeordneten Evelyne Gebhardt, nahm auch der SPD-Landesvorsitzende und designierte Spitzenkandidat Andreas Stoch an der Nominierungskonferenz teil. Patrick Wegener (Erstkandidat) aus Öhringen und Kim Wagner (Zweitkandidatin) aus Kupferzell wurden mit jeweils 97,5 % der Stimmen gewählt.
Einer kritischen Analyse unterzog Katharina Kaupp, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Heilbronn-Franken, die Arbeitsbedingungen in der stationären und ambulanten Pflege. Bei der Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Künzelsau-Ingelfingen appellierte sie an alle Pflegekräfte, sich zu organisieren und gemeinsam mit der Gewerkschaft für ihre Interessen zu kämpfen.
Nur so ließen sich die katastrophalen Bedingungen verbessern, die gerade in der Corona-Krise deutlich geworden seien. Ohne ausreichende Schutzausrüstung hätten Fach- und Hilfskräfte arbeiten müssen, Zeitdruck habe ausreichende Desinfektion verhindert, die Verlängerung von Schichten auf 12 Stunden habe das Personal überlastet, Beschäftigte aus Risikogruppen seien in Risikobereichen eingesetzt werden.
Sie forderte bessere Bezahlung für alle, eine gesetzliche Personalbemessung, so dass alle Einrichtungen, ob privat, staatlich, kirchlich oder kommunal geführt, mehr Personal in der Pflege einstellen müssten. Kritisch bewertete sie die Fallpauschalen in den Kliniken, die dazu beitragen, dass kleine Krankenhäuser schließen, so auch in Künzelsau. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für alle, so Ortsvereinsvorsitzender Simon Rydel, müsse gemeinsam mit den Gewerkschaften die allgemeine Bürgerversicherung erkämpft werden.
„Leider erleben wir in der COVID-19-Krise überdeutlich, dass unsere Arbeit durch eine jahrzehntelang verfehlte und auf Effizienz und Wettbewerb getrimmte Gesundheits- und Sozialpolitik erschwert wird. Die Erkenntnis ist nicht neu, die Krise legt die Mängel frei.“ Ein offener Brief von Mitarbeitervertretungen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen in Baden-Württemberg spricht klare Worte.
Was ist uns unsere medizinische Versorgung, Gesundheit und Pflege wert? Kann der Pflegenotstand in unseren Pflegeheimen verhindert werden? Wohin führen Tarifflucht, sinkende Löhne, und schlechte Arbeitsbedingungen? Wie sind die Realitäten in unserer Gegend? Welche Konsequenzen müssen aus der Corona-Krise gezogen werden?
Die Sozialdemokraten des Ortsvereins Künzelsau-Ingelfingen laden ein zur Diskussion mit der ver.di Bezirksgeschäftsführerin Katharina Kaupp.
Dienstag, 04.08.20 um 19 Uhr im Landgasthof Lell, Leimengrube 5, Künzelsau – Belsenberg.
Aufgrund aktueller Corona-Verordnungen ist die Zahl der Teilnehmer auf 20 begrenzt. Um Anmeldung wird deshalb gebeten unter spd.kuenzelsau@online.de oder telefonisch bei Simon Rydel unter 0171 2907 164.