Gemeinschaftsschulen bringen mehr Bildungsgerechtigkeit in die Schullandschaft
D. Doberstein, B. Muth, H. Gloger, N. Zeller, H.-J. Saknus, M. Sanwald, J. Württemberger Foto: spd kün

„Vielfalt macht schlauer“, unter diesem Motto stellte auf Einladung der Künzelsauer Sozialdemokraten Norbert Zeller, der Leiter der für diesen Bereich zuständigen Stabsstelle im Kultusministerium, die Gemeinschaftsschule in der Stadthalle Künzelsau ca. 50 interessierten Lehrkräften, Eltern und Kommunalpolitikern vor. Obwohl in diesem Schuljahr erst an 42 Standorten mit dieser neuen Schulart begonnen werde, zeichne sich jetzt schon ab, dass sie ein Erfolgsmodell sei, weil viele Gemeinden gerade im ländlichen Raum in der Gemeinschaftsschule eine für alle Jugendlichen attraktive, wohnortnahe weiterführende Schule sähen, betonte der Referent. Auch wenn sich diese Schulart nicht an allen Standorten realisieren lasse, weil mit dem Geburtenrückgang die geforderte Zweizügigkeit nicht immer erreicht werde, so könne doch davon ausgegangen werden, dass 50% der bestehenden Haupt- bzw. Werkrealschulstandorte erhalten bleiben, wie eine Studie der Universität Konstanz prognostiziere. Ohne Gemeinschaftsschule müssten dagegen mittelfristig rund 80% der bestehenden Schulen aufgegeben werden. Eindrücklich legte der Bildungspolitiker dar, dass dieser strukturpolitische Gesichtspunkt aber zweitrangig bleiben müsse.

Informationen frisch aus dem Bundestag
Annette Sawade berichtet aus dem Bundestag Foto: spd kün

Biergartengespräch mit MdB Annette Sawade Breit war die Palette der Themen, die beim Gespräch mit Annette Sawade, der SPD-Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Hohenlohe, am vergangenen Mittwoch im Künzelsauer Biergarten angesprochen werden konnte. Zum Hauptthema, der sich zunehmend verschärfenden Finanzkrise in Europa, forderte die Abgeordnete, in Berlin und Brüssel müsse die Regierung endlich mit gleicher Zunge reden, es gehe nicht an, dass der deutschen Bevölkerung fortwährend nicht haltbare Unnachgiebigkeit gegenüber weiteren Unterstützungsmaßnahmen versprochen werde, um dann in der nächsten Verhandlungsrunde auf europäischer Ebene neue Zugeständnisse zu machen.

Konsequent Familien und Kinder fördern!

Mit Genugtuung und Freude nahm der Vorstand des SPD Ortsvereins Künzels-au in seiner letzten Sitzung die Beschlüsse des Gemeinderats zur Jugendkonzeption der Stadt Künzelsau zur Kenntnis. Die darin in Aussicht gestellte dauerhafte Förderung bewährter Jugend- und Familienarbeit, z.B. die des Jugendkulturvereins Kokolores oder der Netzwerkarbeit im Stadtteil Taläcker, wird von den Sozialdemokraten befürwortet. Vor allem aber findet der in Aussicht gestellte starke Ausbau der Schulsozialarbeit volle Zustimmung. Eine ganze Stelle soll für die Realschule geschaffen werden, eine halbe Stelle für die Grundschulen und mittelfristig ist auch eine halbe Stelle für das Ganerbengymnasium angedacht. Darüber hinaus soll in den nächsten Jahren eine Stelle für mobile Jugendarbeit geschaffen werden. Seit Jahren fordern Sozialdemokraten verstärkte Arbeit in diesen Bereichen mit kompetentem Personal unter der Zielsetzung, durch frühzeitige Präventionsarbeit Kinder und Jugendliche zu fördern und zu schützen. Nun erscheint Licht am Ende des Tunnels.
Dass der Landkreis seinen Finanzierungsanteil für Schulsozialarbeit in der Kreistagssitzung am vergangenen Montag von 33% auf 25% abgesenkt hat, findet dagegen kein Verständnis. Der Vorsitzende des Ortsvereins Hans-Jürgen Saknus und mit ihm die Vorstandschaft verweisen in aller Deutlichkeit darauf, Schulsozialarbeit sei nach dem Sozialgesetzbuch 8 eindeutig eine Pflichtaufgabe des Kreises als öffentlicher Träger der Jugendhilfe und von daher sei es nicht hinnehmbar, dass er seinen Finanzierungsanteil zu Lasten der Gemeinden zurückfahre. Der Einstieg der neuen Landesregierung in die Förderung der Schulsozialarbeit und damit für mehr Bildungsgerechtigkeit wird durch den Landkreis konterkariert.

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